Ein Sachwertdepot ist ein Depot für physische Rohstoffe wie Gold, Silber, Platin, Technologiemetalle, Seltene Erden oder Diamanten. Der Anbieter übernimmt Einkauf, Lagerung, Versicherung und Verwaltung, der Kunde erwirbt Eigentum oder Miteigentum an der Ware. Anders als bei einem Wertpapierdepot liegen darin keine Aktien, Fonds oder Zertifikate.
Sachwertdepot
Sachwertdepot erklärt: Funktionsweise, Kosten und Sicherheit
Was ist ein Sachwertdepot, was kostet es und wie sicher sind die Werte? Hier finden Sie Funktionsweise, Gebühren, Eigentum und Lagerung des GranValora Sachwertdepots im Überblick – sachlich erklärt und mit den Risiken, die Sie kennen sollten.
Ein Sachwertdepot ist für viele ein neuer Begriff. Gemeint ist ein Depot, in dem nicht Wertpapiere liegen, sondern echte, physische Rohstoffe: Gold, Silber, Platin, Technologiemetalle, Seltene Erden oder Diamanten. Wer einzahlt, kauft damit reale Ware, die eingelagert wird und dem Kunden gehört.
Diese Seite erklärt sachlich, wie ein Sachwertdepot am Beispiel von GranValora funktioniert, was es kostet, wie sicher die Werte sind und für wen es passt – und für wen eher nicht. Alle Gebühren und Regeln stammen aus dem Gebührenverzeichnis (Stand Juni 2026) und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von GranValora.
Kurz & knapp
- •Ein Sachwertdepot ist ein Depot für physische Rohstoffe wie Gold, Silber, Technologiemetalle oder Diamanten – keine Wertpapiere, keine Fondsanteile.
- •Bei GranValora startet ein Sparplan ab 25 Euro im Monat, Einmalzahlungen sind ab 500 Euro möglich; die Depoteröffnung ist kostenlos.
- •Kunden erwerben Eigentum oder Miteigentum an den Sachwerten, die im Insolvenzfall des Anbieters durch ein Aussonderungsrecht geschützt sind.
- •Es fallen eine Servicegebühr auf Einzahlungen, beim Sparplan eine Einrichtungsgebühr und eine jährliche Lagergebühr von 0,8 bis 1,5 Prozent an.
- •Die Lagerung lässt sich jederzeit ohne Frist beenden; eine Rückkaufpflicht des Anbieters gibt es aber nicht.
Was ist ein Sachwertdepot?
Ein Sachwertdepot ist ein Depot, in dem physische Rohstoffe gekauft, gelagert und verwaltet werden. Anders als bei einem Wertpapierdepot besitzt der Kunde keine Aktien, Fondsanteile oder Zertifikate, sondern reale Ware – zum Beispiel Goldbarren, Silbermünzen oder Technologiemetalle wie Gallium und Indium.
Der Gedanke dahinter: Statt einzelne Barren selbst zu kaufen und zu Hause oder im Bankschließfach aufzubewahren, übernimmt der Anbieter Einkauf, Einlagerung, Versicherung und Verwaltung. Das macht es möglich, schon mit kleinen Beträgen regelmäßig in verschiedene Sachwerte zu investieren. Bei GranValora stehen dafür 17 Rohstoffe zur Auswahl, die sich frei kombinieren lassen.
Wie funktioniert das GranValora Sachwertdepot?
Kunden eröffnen kostenlos ein Depot und legen fest, wie viel sie einzahlen und wie sich der Betrag auf die einzelnen Rohstoffe verteilt. Möglich ist ein Sparplan ab 25 Euro im Monat oder eine Einmalzahlung ab 500 Euro. Beides lässt sich kombinieren.
Sparpläne werden in der Regel zweimal im Monat ausgeführt, jeweils zum 1. und 15.; Einmalzahlungen werden wöchentlich, meist freitags, investiert. Sparrate und Aufteilung lassen sich später ändern. Eine feste Laufzeit gibt es nicht. Wie man einen solchen Sparplan sinnvoll aufsetzt, zeigt der Artikel Edelmetall-Sparplan richtig einrichten in 6 Schritten.
Gehören mir die Sachwerte im Depot wirklich?
Ja. Nach den Geschäftsbedingungen von GranValora erwerben Kunden Eigentum an den gekauften Sachwerten. Wer ein vollständiges Gebinde kauft, etwa einen ganzen Barren, besitzt dieses Stück. Bei kleineren Beträgen erwerben Kunden einen rechnerisch genau bestimmten Miteigentumsanteil an einem gemeinsam gelagerten Bestand gleichartiger Sachwerte.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Finanzprodukten: Kunden haben keine Forderung gegenüber dem Anbieter, sondern Eigentum an realer Ware. Im Fall einer Insolvenz von GranValora steht ihnen deshalb ein Aussonderungsrecht nach § 47 Insolvenzordnung zu – die Sachwerte gehören nicht zur Insolvenzmasse. Kundenbestände werden nach Angaben von GranValora außerdem nie verliehen, verpfändet oder beliehen. Den Unterschied zwischen Eigentum und Forderung erklärt auch der Vergleich Gold-ETF oder physisches Tresorgold.
Wo und wie werden die Sachwerte gelagert?
Die Sachwerte lagern im Hochsicherheitslager Metlock in Frankfurt am Main, außerhalb des Bankensystems und vollständig versichert. Das Lager ist als Zollfreilager anerkannt. Deshalb fällt beim Kauf der Metalle keine Mehrwertsteuer an; sie würde erst bei einer physischen Auslieferung fällig.
Die Bestände werden regelmäßig von einem unabhängigen Treuhänder testiert, das Testat wird veröffentlicht. GranValora selbst wird von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft AUREN GmbH in Frankfurt geprüft. Interessenten können das Lager nach Angaben von GranValora auch vor Ort besichtigen. Wie sich ein Zollfreilager von einem Bankschließfach unterscheidet, zeigt der Artikel Bankschließfach oder Zollfreilager?
Was kostet ein Sachwertdepot?
Die Depoteröffnung ist kostenlos. Laufend fallen drei Arten von Gebühren an: eine Servicegebühr, die von jeder Einzahlung einbehalten wird, beim Sparplan einmalig eine Einrichtungsgebühr und eine jährliche Lagergebühr auf den durchschnittlich eingelagerten Wert. Bei Einmalzahlungen fällt keine Einrichtungsgebühr an. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Gebührenverzeichnis von GranValora, Stand Juni 2026; GranValora kann die Gebühren anpassen.
| Sparrate pro Monat | Einrichtungsgebühr | Servicegebühr |
|---|---|---|
| 25 – 49 € | 5 Monatsbeiträge | 4 % |
| 50 – 99 € | 4 Monatsbeiträge | 4 % |
| 100 – 199 € | 3 Monatsbeiträge | 3 % |
| 200 – 299 € | 2 Monatsbeiträge | 3 % |
| 300 – 499 € | 1 Monatsbeitrag | 2 % |
| ab 500 € | 0,5 Monatsbeiträge | 1 % |
| Einmalzahlung | Einrichtungsgebühr | Servicegebühr |
|---|---|---|
| bis 4.999 € | keine | 5 % |
| 5.000 – 9.999 € | keine | 4 % |
| 10.000 – 24.999 € | keine | 3 % |
| 25.000 – 49.999 € | keine | 2 % |
| 50.000 – 249.999 € | keine | 1 % |
| 250.000 – 499.999 € | keine | 0,5 % |
| ab 500.000 € | keine | 0,3 % |
| Sachwert | Lagergebühr pro Jahr | |
|---|---|---|
| Gold | 0,8 % | |
| Silber, Platin, Palladium, Iridium, Ruthenium, Diamanten | 0,9 % | |
| Technologiemetalle und Seltene Erden | 1,5 % | |
Ein Beispiel: Bei einem Sparplan über 100 Euro im Monat beträgt die Einrichtungsgebühr drei Monatsbeiträge, also 300 Euro. Sie kann zusätzlich zur ersten Rate gezahlt oder mit den ersten Raten verrechnet werden; dann fließen zunächst nur 30 Prozent jeder Rate in Sachwerte, bis die Gebühr beglichen ist. Von jeder Einzahlung behält GranValora außerdem 3 Prozent Servicegebühr ein. Hinzu kommt die Lagergebühr, bei Gold 0,8 Prozent pro Jahr.
Ehrlich gesagt: Bei kleinen Sparraten fallen die Gebühren anteilig stärker ins Gewicht. Je höher die Sparrate oder die Einmalzahlung, desto günstiger wird es. Dafür sind Einkauf, Lagerung, Versicherung und Zollabwicklung in den Gebühren enthalten, und der Einkauf erfolgt mehrwertsteuerfrei.
Wie komme ich wieder an mein Geld oder meine Sachwerte?
Die Lagerung läuft auf unbestimmte Zeit und kann jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Dafür gibt es drei Wege: die Sachwerte verkaufen, sie auf einen anderen GranValora-Kunden übertragen oder sie sich physisch ausliefern lassen.
Wichtig ist: GranValora ist nicht verpflichtet, die Sachwerte zurückzukaufen. Kunden verkaufen selbst, GranValora unterstützt aber beim Wiederverkauf an die Industrie, an Metallhändler oder an andere Kunden. Der erzielbare Preis kann dabei unter dem Kaufpreis liegen. Eine Auslieferung ist nur für ganze Gebinde möglich; Transport, Versicherung, Zölle und Steuern gibt GranValora ohne eigenen Aufschlag weiter. Gewinne aus dem Verkauf physischer Sachwerte sind im Privatvermögen nach mehr als einem Jahr Haltedauer in der Regel steuerfrei – Details im Artikel Wann sind Verkaufsgewinne steuerfrei?
Für wen eignet sich ein Sachwertdepot – und für wen nicht?
Ein Sachwertdepot passt zu Menschen, die einen Teil ihres Vermögens langfristig in physische Werte lenken möchten, die nicht von der Zahlungsfähigkeit einer Bank abhängen, und die regelmäßig kleinere Beträge anlegen wollen, ohne sich um Kauf und Lagerung selbst zu kümmern. Es eignet sich vor allem als Baustein neben anderen Anlagen, wie der Artikel Diversifikation: Warum Vermögen auf mehreren Beinen stehen sollte zeigt.
Weniger geeignet ist es für Geld, das kurzfristig wieder gebraucht wird, und für alle, die laufende Erträge erwarten. Wer es abwägt, sollte die Kehrseite kennen:
- Die Preise von Rohstoffen schwanken und können auch deutlich fallen.
- Gold und andere Metalle bringen keine Zinsen oder Dividenden.
- Technologiemetalle, Seltene Erden und Diamanten sind oft schwerer zu verkaufen als Gold oder Silber.
- Es gibt keine Rückkaufpflicht; der Verkaufspreis kann unter dem Kaufpreis liegen.
- Service-, Einrichtungs- und Lagergebühren mindern die Rendite.
Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung. Ob und in welchem Umfang ein Sachwertdepot zur eigenen Situation passt, hängt von Anlagehorizont, Rücklagen und Risikobereitschaft ab. Einen Überblick gibt auch der Artikel Für wen sind Sachwerte sinnvoll?
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Sachwertdepot
Die Depoteröffnung ist kostenlos. Von jeder Einzahlung wird eine Servicegebühr einbehalten, beim Sparplan 1 bis 4 Prozent, bei Einmalzahlungen 0,3 bis 5 Prozent. Sparpläne haben zusätzlich eine einmalige Einrichtungsgebühr von 0,5 bis 5 Monatsbeiträgen. Dazu kommt eine jährliche Lagergebühr von 0,8 Prozent für Gold, 0,9 Prozent für Silber, Platin, Palladium, Iridium, Ruthenium und Diamanten und 1,5 Prozent für Technologiemetalle und Seltene Erden (Stand Juni 2026).
Die Sachwerte gehören dem Kunden und nicht zur Insolvenzmasse. Nach den Geschäftsbedingungen steht Kunden im Insolvenzfall ein Aussonderungsrecht nach § 47 Insolvenzordnung zu, sie können also die Herausgabe ihrer Sachwerte oder ihres Miteigentumsanteils verlangen.
Ja. Die Lagerung kann jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden – durch Verkauf, Übertragung auf einen anderen Kunden oder physische Auslieferung ganzer Gebinde. GranValora ist allerdings nicht verpflichtet, die Sachwerte zurückzukaufen, unterstützt aber beim Wiederverkauf.
Nein. Mit einem Gold-ETF kauft man ein Wertpapier, das den Goldpreis abbildet. Im Sachwertdepot erwirbt man dagegen physische Ware, die eingelagert wird und dem Kunden gehört. Dafür ist ein Sachwertdepot weniger schnell handelbar als ein börsengehandeltes Wertpapier.
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